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Therapie mit Irinotecan

In der Therapie des kolorektalen Karzinoms kommt u.a. der Wirkstoff Irinotecan zum Einsatz. Irinotecan wird in der Leber zum aktiven Metaboliten (SN 38) umgewandelt, der die eigentliche therapeutische Wirksamkeit besitzt. Anschließend wird der Metabolit (SN 38) glucuroniert und somit ausscheidungsfähig gemacht. Die Glucuronierung erfolgt durch das Enzym UDP-Glucuronosyltransferase 1A1 (UGT1A1). Das UGT1A1 Gen ist durch eine genetische Variante gekennzeichnet, die mit einer reduzierten UGT1A1 Enzymaktivität assoziiert ist. Träger dieser Genvariante scheiden den SN 38 Metaboliten langsamer aus, was zu einer erhöhten Toxizität führen kann. In diesem Zusammenhang wird häufiger über eine Hyperbilirubinämie bzw. dem Auftreten einer Neutropenie berichtet und kann eine Dosisreduktion erforderlich machen.

 

Das physiologische Bilirubin wird ebenfalls durch das UGT1A1 Enzym abgebaut. Bei Trägern der angeborenen Genvariante, die mit einer Hyperbilirubinämie assoziiert ist, wird diese eingeschränkte Stoffwechselleistung als Morbus Meulengracht bezeichnet. Im Falle eines neonatelen Kernikterus kann das erhöhte Bilirubin zu Schädigungen des zentralen Nervensystems führen.

 

 

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