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Chemokin Rezeptor CCR5

Chemokine sind Signalproteine, die an Chemokinrezeptoren binden, welche insbesondere auf Zelloberflächen des Blutes und zentralen Nervensystems lokalisiert sind. Die Bindung der Chemokine an ihre Rezeptoren löst eine Signalkaskade im Inneren der Zelle aus, was zu einer Migration der Zellen an den Ort der Entzündungsabwehr führt.

 

Der Verlauf einer HIV Infektion ist komplex. Zunächst bindet ein Oberflächenprotein des HI-Virus an CD4 Zellen des Wirtsorganismus. Dies führt zu einer Änderung der Proteinstruktur unter gleichzeitiger Bindung an einen Korezeptor der Wirtszelle. Die Korezeptoren sind CXCR4 oder CCR5 (CC Chemokinrezeptor 5).

Für den Chemokinrezeptor CCR5 wird eine natürlich vorkommende genetische Variante beschrieben, die Einfluss auf die HIV Infektion, deren Verlauf und die Therapie hat. Eine Deletion von 32 Basenpaaren im CCR5 Gen führt dazu, dass der Rezeptor an der Zelloberfläche nicht exprimiert wird (wodurch das HI-Virus nicht an der Wirtszelle andocken kann).

 

Homozygote Träger der CCR5 Deletion zeigen eine Resistenz gegenüber einer HIV Infektion. Heterozygote Merkmalsträger zeigen eine durchschnittlich geringere HIV Viruslast und einen verzögerten Krankheitsverlauf. Etwa 2-5% der Menschen europäischer Bevölkerungen tragen die vollständige Veränderung des CCR5 Gens, etwa 15-18% die heterozygote Form der CCR5 Deletion.

 

Maraviroc ist ein Antagonist des Chemokins CCR5. Der Wirkstoff bindet selektiv an den Chemokinrezeptor CCR5, wodurch das Eindringen von CCR5-tropen HI Viren-1 in die Wirtszelle verhindert wird. Die Therapie mit Maraviroc ist nur angezeigt, wenn CCR5-trope Viren nachweisbar sind. Die Bestimmung der CCR5 Deletion erlaubt eine prognostische Abschätzung der HIV Progression.

 

Es muss bedacht werden, dass Maraviroc nicht spezifisch gegen CXCR4 Rezeptoren wirksam ist und dieser Infektionspfad bei CXCR4- bzw. dual-tropen Viren nicht bzw. nicht ausreichend blockiert wird.



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